Trinkwasser-Initiative

Den Initiativtext findest du hier.

Die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» fordert, dass Betriebe, die chemisch-synthetische oder natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen oder Futter für ihre Tiere zukaufen, keine Direktzahlungen mehr erhalten. 

Obwohl die Bauernfamilien viele vorbeugende Massnahmen treffen, können sie nicht immer verhindern, dass Krankheiten oder Schädlinge ihre Obstanlagen, Gemüsefelder, Rebstöcke oder andere Kulturen befallen und damit die Ernte bedrohen. Für diesen Fall sind sie darauf angewiesen, dass sie diese mit von den Behörden bewilligten Mitteln behandeln können. Immer öfters kommen biologische Mittel zum Einsatz.

Hühner und Schweine sind keine Grasfresser, sondern wie wir Menschen, Allesfresser. Sie ernähren sich von Getreide und anderen Ackerkulturen. Nicht jeder Betrieb verfügt über ausreichend oder überhaupt ackerfähige Fläche. Vor allem jene im Hügel- und Berggebiet nicht. Die wenigstens könnten deshalb ihre Schweine oder Hühner nur mit betriebseigenem Futter ernähren.

Da ihnen die Direktzahlungen mit der Trinkwasser-Initiative verweigert würden, müssten sie auch die damit verbundenen ökologischen Auflagen nicht mehr erfüllen oder sie geben die Produktion ganz auf. Die Konsequenzen wären:

  • Die Verfügbarkeit von einheimischen Lebensmitteln sinkt
  • Schweizer Eier, Schweinefleisch oder Poulet werden zu Luxusprodukten
  • Schweizer Lebensmittel werden teurer
  • Mehr importierte Lebensmittel in den Verkaufsregalen
  • Die Lebensmittelqualität und -sicherheit nimmt ab
  • Weniger einheimische Produktion bedeutet auch weniger Versorgungssicherheit
  • Gesamthaft ergibt sich kein positiver Effekt für die Umwelt
  • Das Wasser bleibt durch andere Stoffe belastet
  • Foodwaste wird gefördert
  • Arbeitsplätze gehen verloren
  • Ein herber Rückschlag für die Biodiversität

Fragen und Antworten rund um die Trinkwasser-Initiative

Die Forschungsanstalt Agroscope hat in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen einer Annahme der Trinkwasser-Initiative und in einer Folgestudie auch die daraus resultierenden Umwelteffekte analysiert. Das Fazit in Kürze: Da die inländische Produktion sinken und in der Folge die Importe zunehmen würden, hat die Trinkwasser-Initiative bei 12 von total 15 Indikatoren eine negative Wirkung auf die Umwelt.

Argumentarium gegen die Initiativen

Ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist heute gemäss Bundesrat weder in der integrierten noch in der biologischen Produktion möglich. Der Bund setzt daher als Alternative auf den Aktionsplan Pflanzenschutz mit verbindlichen Reduktionszielen und auf eine schrittweise Risikoreduktion beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen der Agrarpolitik ab 2022 (AP 22+). Hier findest du die wichtigsten Argumentarien gegen die Initiaitiven.

Studien bestätigen - Trinkwasserinitiative ist kontraproduktiv

Auch eine betriebswirtschaftliche Analyse von 11 «typischen» Landwirtschaftsbetrieben der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL bestätigt, dass die Trinkwasser-Initiative die gewünschte Wirkung nicht erzielen würde, sondern vielmehr das Gegenteil. Sie würde im Gegenteil zu einer Intensivierung der Landwirtschaft führen.

Studie zu Umweltfolgen der Trinkwasserinitiative

Die Forschungsanstalt Agroscope hat in verschiedenen Szenarien die Auswirkungen einer Annahme der Trinkwasser-Initiative und in einer Folgestudie auch die daraus resultierenden Umwelteffekte analysiert. Das Fazit in Kürze: Da die inländische Produktion sinken und in der Folge die Importe zunehmen würden, hat die Trinkwasser-Initiative bei 12 von total 15 Indikatoren eine negative Wirkung auf die Umwelt.